Rezension: Partizipation mit und über Medien

Wagner, Ulrike (2010): Partizipation mit und über Medien. In: medien + erziehung, 54. Jg., H. 5/2010, S. 11-17.

In ihrem kurzen Beitrag stellt Ulrike Wagner ein theoretisches Konzept vor, das Forschung zur Partizipation von Jugendlichen über Medien rahmen kann und auch methodologische Konsequenzen hat. Sie geht dabei von einem Partizipationsbegriff aus, der „soziale, kulturelle und politische Sphären [umfasst]“ (Wagner 2010: 11) und nicht nur auf Inklusion oder Exklusion in die Gesellschaft abzielt.

Wagner versteht Partizipation als „zentrale Rahmenvoraussetzung für die Identitätsarbeit in einer spätmodernen Gesellschaft“ (ebd.), und sieht sie als fundamentales Recht von Jugendlichen, um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, ihre Identität bilden zu können und über ihre eigenen Belange mit entscheiden zu können. Partizipation muss demnach auch eine Selbstbestimmung von Jugendlichen zur Folge haben, sprich: Ihre Entscheidungen, Wünsche und Meinungen müssen gehört und respektiert werden und Konsequenzen haben.

Um die Partizipation mit und über Medien zu systematisieren, legt sie das Stufenmodell von Schröder (1995) an, das Formen von Teilhabe in Beteiligung, Selbstbestimmung und Fehlformen unterteilt (mehr zu dieser theoretischen Herangehensweise findet sich bereits in dieser Rezension). Dazu nennt sie umfangreiche Beispiele aus verschiedenen Medien.Wagner argumentiert, dass Partizipation mit Medien immer im Kontext der jeweiligen Lebenswelt von Jugendlichen betrachtet werden muss. Insbesondere muss auf sozioökonomische Ungleichheiten geachtet werden.

Wagners Beitrag ist eine Grundlage für die von ihr mitverfasste Expertise für die Bundeszentrale für politische Bildung (siehe Rezension), nimmt allerdings eine etwas weitere Perspektive ein, die nicht nur das Internet als Partizipations-Werkzeug versteht, sondern alle Medien mit einbezieht. In Ergänzung zur Expertise ist dieser Beitrag damit hilfreich, um die dort präsentierten theoretischen Konzepte noch zu vertiefen und weitere Beispiele kennenzulernen.
Literatur:

Schröder, Richard (1995): Kinder reden mit! Beteiligung an Politik, Stadtplanung und –Gestaltung. Weinheim und Basel: Beltz.

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