Archiv der Kategorie: Rechercheaufträge

Cyberaktivismus Teil 2 – Das Beispiel Campact.de

Politische Beteiligung ist in. Doch die etablierten Kanäle – politische Parteien – werden dafür nicht mehr so häufig genutzt. Politik heute verläuft nicht mehr entlang ideologischer Leitlinien wie Sozialdemokratie, Konservativismus oder Liberalismus, sondern individualisiert und themenbezogen. Wer heute gegen Atomkraft ist, kann ebenso für Einschränkungen am Sozialstaat sein. Die Grenzen zwischen politischen Lagern, zwischen links und rechts verschwimmen zusehends.

Weiterlesen

Cyberaktivismus – Teil 1: Theoretische Reflexion

Der Begriff des Cyberaktivismus wird in der wissenschaftlichen Literatur wie in der populären Diskussion nicht trennscharf verwendet. Verwandte Begriffe sind etwa Cyberprotest (vgl. Rucht 2005: 3), online activism (vgl. Vegh 2003: 71), Hacktivism, E-Protest (vgl. Wikipedia: Cyberaktivismus) etc. Gemeinsam ist allen Begriffen, dass sie die Aktionen von zivilgesellschaftliche Bewegungen bzw. Akteuren beschreiben, die mit Hilfe des Internets ihre politischen Vorstellungen durchzusetzen versuchen (vgl. McCaughey/Ayers 2003: 1). Konkret fallen darunter etwa die Einrichtung von Webseiten zur Information, Online-Petitionen, Online-Diskussionen, Organisation von Offline-Protesten und Formen des digitalen zivilen Ungehorsams wie virtuelle Sit-Ins o.ä. (vgl. McCaughey/Ayers 2003: 1).

Weiterlesen

Politische Partizipation auf Facebook & Co. – Das Beispiel kino.to

Vergangenen Mittwoch wurde die beliebte Videostreaming-Plattform kino.to durch die Polizei vom Netz genommen und mehrere der Betreiber  festgenommen. Kino.to hatte auf illegale Streamhoster verlinkt, die es den Nutzern ermöglichten, urheberrechtlich geschützte Werke kostenlos im Internet anzusehen. Bereits eine Woche zuvor hatte der österreichische Provider UPC die Domain für seine Kunden gesperrt.

Weiterlesen

Analyse politischer Blogs

Die deutschsprachige deutsche Blogosphäre hat nicht den besten Ruf – einflussreiche (politische) Blogs sind relativ rar gesät und reichen noch lange nicht an den Einfluss großer US-amerikanischer Blogs wie etwa der Huffington Post heran. Die Diskussion um diese Bedeutungslosigkeit wird auch immer wieder angestoßen – zuletzt  vom Nachrichtenmagazin Spiegel. Trotzdem gibt es einige deutsche Politik-Blogs, die einflussreich und vor allem lesenswert sind. In den Wikio-Blogcharts zum Thema Politik sind die meistgelesenen und -verlinkten Blogs aufgeführt – diese Auswahl gehört sicherlich zu den einflussreichsten Blogs im deutschsprachigen Raum.

Weiterlesen

Citizen Journalism im Katastrophengebiet

Unter dem Begriff des Citizen Journalism wird eine Form der Publizistik verstanden, die unter der Beteiligung von unprofessionellen, d.h. nicht spezifisch journalistisch ausgebildeten Personen zustande kommt. Citizen Journalism ist in diesem Sinne ein „Bürgerjournalismus“, an dem sich im Idealfall eine Vielzahl von Privatpersonen beteiligen (vgl. Bowman/Willis 2003: 7; Glaser 2006). Citizen Journalism ist damit ein wesentlicher Teil der Participatory Culture, die ich bereits in diesem Blogbeitrag vorgestellt habe. Synonyme Begriffe sind etwa Participatory Journalism, Graswurzeljournalismus oder ähnliche Termini. Kennzeichen des Citizen Journalism ist die fehlende Institutionalisierung – Citizen Journalists arbeiten nicht in Redaktionen und unterliegen daher auch nicht ihren strukturellen Zwängen.

Weiterlesen